Niederlage – die Dritte

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Mit ordentlich Wut im Bauch aufgrund der beiden letzten Niederlagen reiste der Welt-Verein wieder zu einem Auswärtsspiel an, um die ersten Punkte des laufenden Jahres einzufahren. Für Präsident und Sportdirektor war der gegnerische Platz sogar fußläufig zu erreichen, denn es ging zum Rückspiel gegen die dritte Freizeitmannschaft des SFC Friedrichshain in die Gürtelstraße. Das Hinspiel verloren wir daheim zum Saisonauftakt mit 4:2. Im Rückspiel sollte alles anders werden – nur leider nicht besser.

Irgendwo zwischen Auflaufen und Anpfiff muss die Aggressivität unter den neuen (Rasen-) Teppich gekehrt worden sein.

Irgendwo zwischen Auflaufen und Anpfiff muss die Aggressivität unter den neuen (Rasen-) Teppich gekehrt worden sein.


Aufgestellt wurde im 5 – 3 – 2, der Spielberichtsbogen war voll besetzt, so dass schon vor dem Spiel klar war, dass nicht jeder zum Einsatz kommen würde.
Aufstellung

Aufstellung – Auch 5-mal wechseln hätte wenig geholfen.

Die Marschroute war klar: tief stehen, viel verschieben, vorne ab durch die Mitte und vor allem bei Standards ordentlich mitgehen und beim Gegner bleiben. In der zweiten Minute kriegt F’hain den ersten Standard zugesprochen, der Ball wird zum Tor hin auf den langen Pfosten geflankt und der völlig freie, weil nicht bis zum Ende verfolgte gegnerische Rechtsaußen nickt unhaltbar ein. Soviel zur Marschroute.

Und schwuppdiwupp hastenichtgesehn liegste hinten.

Und schwuppdiwupp hastenichtgesehn liegste hinten.

Die folgenden Minuten zeigen das F’hain aber nicht nur starke Standards schlägt, sondern vor allem sehr laufintensiv und wach ins Pressing und Gegenpressing geht. Die Folgen sind wenig Zugriff im Mittelfeld und eine zunehmende Unsicherheit der Schildkröten, die entweder überhastet den Ball loswerden wollen oder nicht schnell genug schalten und deshalb den Ball loswerden. Bis auf viel Gefahr in der Luft entsteht dabei glücklicherweise erst einmal nichts, da wir zumindest defensiv ordentlich verschieben. In der 25. Minute allerdings pendelt die Fünferkette links etwas zu weit nach vorne. Ein paar gute Laufwege und Pässe später kriegt ein F’hainer den Ball schön mit der Hacke aufgelegt und kann aus ca. 6 Metern unhaltbar abschließen. Der Gegner feiert sich dafür, auch wenn es uns schmerzt, leider nicht zu Unrecht.

GPS war in Halbzeit 1 überall zu finden.

GPS war in Halbzeit 1 überall zu finden.

Die Kröten sammeln sich kurz, die Kette spricht kurz über die Pendelbewegungen und knapp drei Minuten später gibt’s ein Lebenszeichen. Diesmal wird der Gegner links in der richtigen Zone attackiert, dem Ballgewinn folgt ein Durchbruch durch die Mitte und GPS verkürzt mit einem wuchtigen Schuss auf 2:1. Der Vorlagengeber konnte nach dem Spiel leider nicht mehr ausfindig gemacht werden. Sachdienliche Hinweise hierzu nehme ich gern entgegen.

Und wieder GPS - einfach zu viel für nur eine Abwehrreihe.

Und wieder GPS – einfach zu viel für nur eine Abwehrreihe.

Der Anschlusstreffer zeigte, dass wir zwar lange nicht so viel Spielkontrolle aufbringen konnten wie der SFC, aber durchaus in der Lage waren Tore zu schießen. Um den Spielbericht aus dem Hinspiel zu zitieren: „Ballbesitzspiel ist eben doch völlig überbewertet.“

Sollte dem Welt-Verein doch noch der große Wurf gelingen?  Der am Spielfeldrand versammelte Prominenz  schwankt zwischen Skepsis und Zuversicht.

Sollte dem Welt-Verein doch noch der große Wurf gelingen? Die am Spielfeldrand versammelte Prominenz schwankt zwischen Skepsis und Zuversicht.

10 Minuten später schlug F’hain aber erneut mit seiner stärksten Waffe zu: lange Standards auf unsere linke Seite. Der gegnerische Rechtsaußen hatte zwar keine Chance gegen Marcus II, der gut bis zum Ende mitlief. Leider kippte besagter Welt-Spieler jedoch nach hinten, konnte keinen Druck mehr auf den Ball entwickeln und klärte den Ball einmal schön quer an Basti vorbei direkt in den 5-Meter-Raum. Bezeichnend für das Spiel war aber eben auch, dass die in der Nähe befindlichen Schildkröten ihrem Wappentier alle Ehre machten und dem F’hainer mit majestätischer Bewegungslosigkeit beim Abschluss zusahen.

Der junge Friedrichshainer Spring-ins-Feld wusste seine durch Vernachlässigung und Vereinsamung aufgestaute Aggression nicht anders zu kompensieren, als durch dieses vollkommen maßlos übertriebene pubertäre Kopfballtor -einfach nur unreif.

Der junge Friedrichshainer Spring-ins-Feld wusste seine durch Vernachlässigung und Vereinsamung aufgestaute Aggression nicht anders zu kompensieren, als durch dieses vollkommen maßlos übertriebene und pubertäre Kopfballtor – einfach nur unreif.

Dass der SFC in Sachen Standards noch einiges in der Trickkiste hatte und sich beim Welt-Verein langsam die Sehnsucht nach der Halbzeit ausbreitete, belegte eine Ecke nur 2 Minuten später, die scharf in den Rückraum gespielt wurde. Völlig unbedrängt schließt der Gegner aus der zweiten Reihe ab, ich fälsche den Schuss zwar noch ab, doch dadurch wird er erst recht unhaltbar und zappelt zum 4:1 im Netz. Nur wenig später kassiert Tanne gelb, haarscharf außerhalb des 16ers. Dieser Standard verpufft und endlich geht’s ab in die Kabine.

Auf alle Fälle hat Tanne beim foulen die Strafraumgrenze besser getroffen, als der Gegner das Tor beim folgenden Freistoß.

Auf alle Fälle hat Tanne beim foulen die Strafraumgrenze besser getroffen, als der Gegner das Tor beim folgenden Freistoß.

In der Halbzeit wird personell und formativ gewechselt. Wladi ersetzt den heute glücklosen Marcus II und Felix kommt für den vom Linsenbruch betroffenen Normen. Weiter geht’s im 4 – 2 – 3 – 1.

Düstere Aussichten für Halbzeit 2

Düstere Aussichten für Halbzeit 2

Es dauert allerdings auch nur ganze 10 Minuten bis eine schlecht verteidigte Ecke und ein schlecht verteidigter langer Ball uns das 5:1 und 6:1 bescheren. Von da an lässt Friedrichshain etwas nach und auch einiges liegen. Wir kommen endlich etwas besser ins Spiel, was, wenn man ehrlich ist, wohl vor allem daran liegt, dass F’hain die Laufbereitschaft etwas reduziert und sich zu Recht in Sicherheit wiegt.

Roberts Freistoß bringt noch nicht die Wende.

Roberts Freistoß bringt noch nicht die Wende.

Andi kommt für Peter II und übernimmt die recht Seite. Zwischen 60. Und 85. Minute sind wir wohl auch ohne Welt-Vereinsbrille als mindestens knapp überlegene Mannschaft zu erkennen. Tore von José (Vorlagengeber erneut unbekannt) in der 71. Minute und GPS (nach Freistoß von Marc) in der 75. Minute sowie leicht aufkommende Unruhe im gegnerischen Team zeugen davon, dass wir zumindest nicht bereit sind, uns geschlagen zu geben.

Er steht sich in der Luft und  bringt die Gürtelstraße zum brodeln.

Er steht sich in der Luft und bringt die Gürtelstraße zum brodeln.

Leider endet das Spiel nicht so, sondern mit einem Doppelschlag der F’hainer kurz vor Feierabend. Zunächst führt ein langer Ball mal wieder erschreckend einfach zur gegnerischen Überzahl vor unserm Tor und zum 7:3 in der 87. Minute. Zu allem Überfluss besiegelt ein „Slapstick Trottel Tor nach CasperAktion zwischen Basti und Maddin“ (Zitat aus dem Liveticker) den Endstand in der 90. Minute als Basti eine zurückgespielten Ball an die Wade des gegnerischen Stürmer drischt und der Ball natürlich passgenau ins Tor trudelt.

Auch José kann am Resultat nichts mehr drehen.

Auch José kann am Resultat nichts mehr drehen.

Ein spielerisch und vor allem läuferisch starker Gegner zeigt uns unsere Grenzen auf. Chancen für mindestens drei Tore haben wir uns erkämpft, leider aber eben auch Chance für mindestens acht Tore zugelassen. Dass der ein oder andere nicht seinen besten Tag hatte, spielt für die Höhe des Ergebnisses und den Spielverlauf sicherlich eine gewichtige Rolle. Punkte mitnehmen war aber so oder so bei einem Gegner in dieser Verfassung nicht drin.

Glückwunsch an die Jungs vom SFC. Ihr dürft gern aufsteigen, unseren Segen habt ihr 😉