Wenn die Nachspielzeit ein Nachspiel hat

1

Das letzte Heimspiel der Saison war mal wieder besonders unterhaltsam. Und da diesem Ereignis leider nur wenige beiwohnten, hier noch einmal das Wesentliche in der gebotenen Kürze:

Unser Gegner hieß Akazie und hatte in dieser Saison bekanntlich einiges an Lehrgeld bezahlt. 11 Spiele wurden mit 0:6 gegen sie gewertet. Seitdem befinden sie sich auf rasanter Aufholjagd, um dem Abstieg in letzter Sekunde noch zu entkommen, nur eine weitere Niederlage bei 6 Siegen und 2 Unentschieden ließen die Jungs weiter vom Nichtabstieg träumen.

Entsprechend motiviert und pünktlich erschien unser Gegner, die Schildkröten trudelten da schön mit deutlicher Verzögerung ein, der Schiedsrichter entschloss sich der Brisanz des Spiels vollständig aus dem Weg zu gehen und blieb zu Hause. Entsprechend der Statuten des Berliner Fußballverbands hatte Akazie das Recht einen Unparteiischen zu stellen, den, wie sich zeigte, eine keineswegs leichte und auf jeden Fall undankbare Aufgabe zukam.
Unser Team trat letztlich doch mit vierzehn Mannen an, was bei der Wetterlage auch bitter nötig war.

Aufstellung

Aufstellung

Der zum Anpfiff einsetzende gewittrige Regen steuerte glücklicherweise nach ca. 20 Minuten wieder weg von der Fischerstraße. Etwa zur selben Zeit setzte sich unglücklicherweise auf unserer rechten Seite ein Akazianer gegen zwei, drei Kröten durch, legt den Ball quer und der gegnerische Stürmer, der trocken zum 1:0 abschloss. Das Spiel lief bis dahin ordentlich mit guten Ansätzen und schlechten Abschlüssen hüben wie drüben.
Nicht zu weit aufmachen und ruhig weiterspielen hieß die Devise und zahlte sich aus. Akazie fand sich langsam damit ab, dass es vorne zu anstrengend gegen unsere Fünferkette war und hinten wogen sie sich in der Sicherheit, dass uns keine klaren Abschlüsse gelangen…also musste ein unklarer Abschluss her. Etwa 10 Minuten vor der Halbzeit konnte sich Debütant L.U.K. auf der rechten Seite durchsetzen. Nach etwas Gestochere landete der Ball bei Robert, der mit dem Rücken zum Tor, mit links, gegen drei Gegner, aus schwierigem Winkel, bei schlechten Platz-, Sicht- und Wetterverhältnissen den Ball über den Torwart ins lange Eck schlenzte…hatte er genau so gewollt!
Bis zur Halbzeit ändert sich nichts mehr am Spielstand, 1:1 zur Pause.

In der Halbzeit wurden die möglichen Wechsel durchgedacht, im Wesentlichen war klar, dass Geschwindigkeit auf den Außen und Laufbereitschaft im Mittelfeld uns hier zum Sieg führen konnten.

Hälfte zwei begann ohne Regen, aber leider wieder mit einem Treffer für Akazie. Ein verdeckter Schuss des Gegners rutschte über das nasse Geläuf und Basti war leider nicht schnell genug unten, 2:1. Ein Wechsel und eine taktische Umstellung später glichen wir aus…schöne Spieleröffnung von Micha ins Zentrum, ick geh mit Ball ein paar Schritte und spiel in die Gasse zu Lucz, der erst seinen Gegner abschüttelt und dann eiskalt vollstreckt. Abseits war das nicht, auf gar keinen Fall, nee nee.
Das Spiel wurde in der Folge giftiger. Vor allem die Akazianer zeigten, dass Ihnen die Altersweisheit der Schildkröten noch fehlt…Treten, Meckern, Lamentieren…der (Aushilfs-)Schiedsrichter versuchte die Wogen zu glätten, leidlich, aber was hilft’s.
Dann ca. 75. Minute: Ecke Akazie, kurzes Gewusel, raus das Ding…mit viel Wums und etwas Effet knall ich die Murmel nach vorne rechts, da steht L.U.K. und lässt erst den mindestens ein Kopf größeren Innenverteidiger im Kopfballduell alt aussehen und hat dann nur noch 40m Kunstrasen und einen Torwart zwischen sich und dem Führungstreffer…ersteres bewältigt er in gefühlt 0,5 Sekunden, letzteren wieder mit Eiseskälte…3:2, Spiel gedreht.
Die letzte Viertelstunde dauerte dann leider etwa 21 Minuten, da der Akazie-Schiri den Akazie-Spielern zumindest diesen Wunsch nicht abschlagen konnte. Die Hitze forderte ihren Tribut: uns gingen langsam die Körner aus, was wir durch die letzten Auswechslungen kompensieren wollten, den Akazie-Spielern brannten langsam die Sicherungen durch, was sie durch zunehmend unsportliches Verhalten dokumentieren. In der 90. Minute kam das Unausweichliche. Ein Eckball des Gegners fand einen freistehenden Akazianier an der Kante des Fünfmeterraums, der wenig Mühe hatte einzunetzen. Gerechtes Unentschieden hätte man denken können.
Aber der Schiri war gewillt noch ein bissl drauf zu legen. Und wir waren nicht in der Lage, den Punkt zu halten. Ein zu kurzer Einwurf von mir war der Beginn einer Fehlerkette, die uns in der 95. Minute den Sieg kostete.

Bitter, aber für uns zum Glück nicht saisonentscheidend…

(mabö)