Saison startet mit Geschenken

Am 7. Geburtstag des Welt-Vereins sollte die Saison 2014/2015 beginnen…mit einem wie immer unterhaltsamen und wie leider viel zu oft erfolglosen Auftritt der Schildkröten…wat soll’s Happy Birthday alte Kröte.

geburtstagNach zwei trainingsfreien Wochen (Danke an die Platzwart-Crew der Prendener Straße, die krank macht und/oder Urlaub ist…ich mein andersherum…oder doch nicht?) versuchten wir nach dem Prinzip Dänemark ´92 direkt aus dem Urlaub den Europameistertitel zu holen…in unserem Fall also fast ohne Vorbereitung den ersten Dreier einzufahren. Um die Messlatte noch höher zu hängen wurde das bisher einmal getestete (siehe vorletzter Bericht) und nie trainierte (siehe erster Satz) System gnadenlos vom Coach (also mir) eingefordert. Zu allem Überfluss fehlten uns Spielberichtsbögen und der Pass von unserem spanischen Neuzugang José…beides ließ sich glücklicherweise kurz vor Spielbeginn noch klären, sorgte allerdings (zumindest bei mir) für eine etwas angeknackste Auftaktstimmung. Zumindest das Wetter war Bombe, da gibt’s keine zwei Meinungen.

Gespielt wurde schließlich so:

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Geschaut und unterstützt wurde zudem von einigen (im Welt-Vereinskosmos) prominenten Gästen…

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Ist das nicht der zweite Präsident?…Und whaaaaat? Addi mit Nachwuchs ist da…Der General und der Münzenmeister rennen hier auch irgendwo rum…und viele mehr

Danke für den Support.

Das Spiel startete munter, die Gäste waren bemüht den Ball in den eigenen Reihen hin- und herzuschieben und wir ließen Sie erstmal gewähren. Die Verschiebetechniken und -rhythmen waren von Beginn an erstaunlich sicher, so dass der Gegner zwar viel vom Spiel hatte, sich aber kaum in Strafraumnähe kombinieren konnte. Ein, zwei Halbchancen und ein gewisses Gefühl der Sicherheit war alles was für den SFC Friedrichshain dabei heraussprang. Unsere Angriffsbemühungen wurden zumeist von einer stabilen und vor allem kopfballstarken gegnerischen Verteidigung zunichte gemacht. In Ansätzen wird jedoch deutlich wie sie zu packen sind…nach Ballgewinnen schnell umschalten, mal über Felix, mal über José…Bernd und Robert nähern sich dem gegnerischen Keeper, allerdings noch glücklos. Die Schildkröte bleibt dabei stets in latenter Gefahr, Basti klärt zweimal, zwei Ecken führen zu Kopfballchancen, alles aber keine hundertprozentigen. Nach ca. einer halben Stunde dann die erste Großchance für uns: Marcus klärt einen Ball, den Bernd sich an der Mittellinie pflückt, Bernd schickt Robert mit einem gechippten Ball in die Gasse, Robert überlupft den herauseilenden Keeper souverän zum 1:0. Ballbesitzspiel ist eben doch völlig überbewertet.

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Robert unmittelbar vorm Führungstreffer (Foto by Kucz)

Kurz danach wird es Felix zu viel…die Hitze fordert ihren Tribut und sein Kreislauf macht schlapp, Breiti kommt und fügt sich sofort gut in die ungewohnte Position ein. In der Schlussviertelstunde haben Bernd und Robert noch je eine gute Chance, aber es gelingt nicht dem sichtlich geschockten Gegner noch ein zweites Tor einzuschenken.

Halbzeit
Zur Halbzeit ging’s in ne schattige Ecke, das Team wurde mit Wasser versorgt und schmiedete einen Plan zur Verteidigung der Führung. Im Wesentlichen: weiter konzentriert verteidigen und auf schnelle Gegenstöße lauern. Andi’s Rücken is durch, so dass auch die zweite und damit letzte Wechseloption gezogen wird…Marcus II übernimmt die Zentrale.

Zunächst geht der Plan in der zweiten Hälfte auf. Die Gäste versuchen Druck zu entwickeln, wirkliche Chancen spielen sie sich jedoch nicht heraus. So um die 55. Minute herum flankt der gegnerische Verteidiger von rechts in den Strafraum…und es kommt, wie es kommen muss, die Flanke wird länger und länger und landet hinten im Eck…klassisches Welt-Vereinsgegentor…so gehört sich das zum Geburtstag. Und es kommt noch dicker. Nur ein paar Minuten später haben die Gäste einen Einwurf auf der rechten Seite, der vermeintliche Empfänger wird von einem unserer Abwehrrecken angeblich gefoult, alle schalten kurz ab, außer einer der Friedrichshainer, der die Pille aus sehr spitzem Winkel und kurzer Entfernung ins Dreiangel drischt…toll getroffen, aber vollkommen unnötig. Kurz sieht es so aus als würde sich der Weltverein fangen, da pfeift der insgesamt ganz ordentliche Schiri ein Allerweltsfoul ca. 20 Meter zentral vor unserem Tor. In der 5-Mann-Mauer ist irgendwo ein Loch und diese Zitat Robert „halbhohe Scheiße“ geht irgendwie rein. 1:3, Spiel innerhalb von knapp 15 Minuten gedreht. Nun wurde es immer schwerer zurückzukommen, da alle Wechseloptionen aufgebraucht waren und allen langsam die Körner ausgingen. Eine schöne Kombination über links bringt Bernd nochmal ins Spiel, der in vielversprechender Position von den Beinen geholt wird. Den Freistoß schießt/schlenzt/chipped Robert passgenau über die Mauer in den Winkel…so schießt man nen Freistoß, das war definitiv keine „halbhohe Scheiße“. Eine Viertelstunde war noch zu spielen, daher ging’s jetzt nur noch in eine Richtung…

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Zmudi…unaufhaltsam über rechts

…Chancen für Marcus und Bernd hätten den Ausgleich bringen können und dann die bittere Pille: ein Abstoß vom gegnerischen Torwart segelt in unsere Hälfte, tippt einmal und drei Verteidiger bleiben kurz stehen, um dem gegnerischen Stürmer die entscheidenden Schritte Vorsprung zu schenken…nette Geste zum Geburtstag, sag ich mal…der Stürmer tunnelt den dann schließlich doch herauseilenden Basti und macht den Sack zu. Robert hat im Anschluss noch mal n Freistoß, aber zwei an einem Tag is dann wohl doch eher was für ein Kaliber wie Salihovic oder so. Kräftemäßig ist der Welt-Verein schon vollkommen am Ende…mehrere Rufe nach Wasser werden erhört, ne richtige Trinkpause gibt’s leider nicht, wer weiß ob’s sonst noch n Holland-Mexiko-Effekt hätte geben können …Tanne krampft kurz vor Schluss, aber Wechsler gibt’s ja keine mehr, also überwindet auch diesen dritten toten Punkt im Spiel. Bernd hat noch ne Halbchance, aber irgendwie kein Glück heute. Irgendwie soll’s eben nichts mehr werden mit der Bude und das Spiel endet unhappy.

Fazit
Das Ergebnis geht insgesamt in Ordnung. Friedrichshain hatte mehr Kontrolle über das Spiel, bezeichnenderweise aber vor allem in Hälfte eins, die 1:0 an uns ging. Wir hatten mehr klare Torchancen, aber insgesamt nicht die Power unser kraftaufwändiges Spiel 90 Minuten lang durchzuspielen.

Statistik
1:0 Robert (Lupfer, Vorlage Bernd)
Halbzeit
1:1
1:2
1:3
2:3 Robert (direkter Freistoß, Vorlage=Gefoulter Bernd)
2:4
Gelbe Karten: Tanne